Seelsorgerlicher Begleiter

Allgemeine Informationen

Studiengang „Seelsorgerlicher Begleiter“ (Grundlage)

Seelsorgerliche Begleiter sind meist im gemeindlichen Kontext aktiv, z.B. im Seelsorgeteam oder im Gebetsteam oder als Gruppenleiter und Gruppenmitarbeiter.

Das Grundkonzept der Ausbildung zum Seelsorgerlichen Begleiter ist innere Heilung durch Gebetsseelsorge. Wir bringen die Nöte und Schwierigkeiten des Lebens in Beziehung zu Gott und seinem heilsamen Wirken. Zusammenhänge von Verletzungen, eigenen Reaktionen und Entscheidungen werden wahrgenommen und verstanden. Dabei folgen wir dem Frucht-Wurzel Prinzip, d.h. es geht um Veränderung der heute sichtbaren negativen „Früchte“ im Leben. Wir erarbeiten Vergebungsprozesse, Umkehr von alten Wegen, Lösen von gedanklichen, seelischen und geistlichen Bindungen und führen zu neuen Denkmöglichkeiten und Verhaltensalternativen. Eine besondere Rolle spielt das Erleben von tiefem Trost und inneren Heilungsprozessen durch persönliche Begegnungserfahrungen mit Jesus und die Kraft des Heiligen Geistes. So werden grundlegende Veränderungsprozesse möglich. Ziel ist, das eigene Leben in der Verbindung zu Jesus verantwortlich zu gestalten und Ratsuchende zu einem solchen Lebensstil begleiten zu können.

Die Ausbildung „Seelsorgerlicher Begleiter“ bei Team.F umfasst ca. 280 Ausbildungsstunden inclusive Praktika. Sie ist beim Dachverband für Seelsorger und christliche Berater, ACC Deutschland,  akkreditiert.

Kurs 1  Einführung in Seelsorge und Beratung, Grundlagen der Gebetsseelsorge

Bedürfnisse und Verletzungen, Selbstbild,  Biblische Grundlagen der Seelsorge, Vergebung, Bittere Wurzeln, Steinernes Herz, Festlegungen und innere Schwüre, Veränderung von Haltungen, Wege der Umkehr, Eltern ehren und Eltern verlassen, Gottesbild, Umgang mit Gefühlen, Trauer und Trost, Prinzip von Saat und Ernte, Neues Denken, Phasen eines Gesprächs, Haltung des Seelsorgers und Beraters

Hilfen für die Praxis: Selbsterfahrung in Kleingruppen, Selbstwahrnehmung, Übungen zur Gesprächsführung

Kurs 2  Lebensmuster und ihre Ursachen

Christlicher Lebensstil, Vorgeburtliche und frühkindliche Verletzungen, generationsübergreifende Muster, geistige Festungen, Befreiung, Innere Heilung, Leistungsdenken und Schamangst–Zyklus, Umkehr der Elternrolle und Ersatzpartnerschaft, Hochsensibilität und Lastenträger, Identität als Mann und  Frau, Hindernisse für ein gutes Miteinander

Hilfen für die Praxis: Selbsterfahrung in Kleingruppen, Situationsanalyse, Genogramm, Fragbogen zur Lebensgeschichte, Hausaufgaben

Kurs 3  Verbreitete Probleme und psychische Störungen

Verleugnung, Grenzen, Emotionaler Missbrauch, Süchte,  Koabhängigkeit, innere Jesusbegegnung, Trost und innere Heilung von Jesus empfangen, Burnout, Psychische Störungsbilder, Burnout, Grenzen von Seelsorge und Beratung, Bindungen, Übertragung und Gegenübertragung, Seelsorge- und Beratungsprozess

Hilfen für die Praxis: Selbsterfahrung in Kleingruppen, Bilder malen und deuten, Supervision und Intervision, Verfassen eines Beratungsverlaufs-protokolls

Kurs 4  Missbrauch und Folgen, Einblick in psychothera-peutische Ansätze

Scham, Beschämung und Erlösung, Kontrolle, Geistlicher Missbrauch, Sexueller Missbrauch, Sexuelle Identität und sexuelle Sucht, Umgang mit Depression, Umgang mit Ängsten und Zwängen, Trauma und Folgen, Einblick in psychotherapeutische Ansätze, Methodenkoffer der Seelsorge und Beratung, Abgrenzung Seelsorge, Beratung und Therapie

Hilfen für die Praxis: Selbsterfahrung in Kleingruppen, Krisenintervention

Praktische Ausbildung

Selbsterfahrung

Während der Kurswochen werden die Themen anhand der eigenen Lebenserfahrungen reflektiert und bearbeitet. Die Teilnehmer erhalten Anregungen zur Selbsterfahrung und erarbeiten in festen Kleingruppen bestimmte Fragestellungen und Vorgehensweisen. Die Kleingruppen werden von einem Mentor angeleitet und begleitet.

Angehende Seelsorger und Berater sollten sich ihrer eigenen Geschichte, ihren Problemen und Mustern gestellt haben und die eigenen Schwachpunkte kennen, damit diese nicht zu Fallstricken im Umgang mit Ratsuchenden werden. Darum ist uns wichtig, dass mindestens 15 Stunden persönliche Intensivseelsorge bei einem qualifizierten Berater/Beraterin in Anspruch genommen werden.

Praktika beim Seminar „Versöhnt leben“

Beim ersten Praktikum im Seminar „Versöhnt leben – Beziehungen klären“ beobachten Sie die Beratungsprozesse und fassen zwei Gesprächsverläufe schriftlich zusammen. Mit dem Gruppenleiter werden einige Beratungsverläufe reflektiert.

Im zweiten Praktikum (und jedem weiteren Praktikum) geben Sie nach Möglichkeit zu einem Lehrthema einen kurzen persönlichen Erfahrungsbericht. In der Kleingruppe führen Sie unter Anleitung ein Beratungsgespräch. Das Gespräch wird mit den Gruppenleitern vor Ort reflektiert.

Das Ziel der Praktika ist erreicht, wenn Ihnen die Eignung zur Co-Leitung einer Kleingruppe dieses Seminars zugesprochen wird.

Eigene Gespräche führen mit supervisorischer Begleitung

Zu Hause beginnen Sie, eigene Gespräche zu führen. Um Sie dabei zu unterstützen und Ihnen zu helfen, die erlernten Interventionen angemessen einzusetzen, nehmen Sie regelmäßig an einer Lehrsupervision teil. Dabei werden Arbeitsweise, Rolle als Seelsorger und Berater und die Beziehung zum Ratsuchenden reflektiert. Team.F bietet in einigen Regionen auch Intervisionsgruppen an.
Zwei schriftliche Beratungsverlaufsbeschreibungen (BVB) über mindestens 5 Gespräche mit einer Person helfen Ihnen, sich und Ihre Arbeitsweise zu reflektieren. Jede BVB wird in einer Einzelsupervision besprochen.

Weitere Nachweise

Für den Abschluss „Seelsorgerlicher Begleiter“ benötigen wir darüber hinaus diese Nachweise:

  • 10 dokumentierte Einzelgespräche von je 45-90 Minuten (Vordruck erhältlich).
  • Nachweise über Teilnahme an 2 Supervisionsgruppen und an mindestens 10 Stunden (UE) Intervisionsgruppe.